Über mich


In meiner Kindheit säte meine Mutter kleine blaue Blumen zur Umgrenzung eines Beetes an den Rand des Gartenweges. Die hübschen Blüten säumten den Weg den ganzen Sommer hindurch und verströmten dabei einen ganz eigenen, süßlichen Duft. Im Herbst wurden die verwelkten und vermeintlich einjährigen Blümchen dann ausgemacht. Was ich ein wenig traurig fand. Doch tauchten in den Folgejahren die kleinen Blumen an den verschiedensten Stellen wieder auf - vorzugsweise in den Spalten zwischen den Gehwegpatten. Meine Mutter schimpfte über das lästige Unkraut, dass sie doch besser bloß nie gesät hätte und dass man ja anscheinend nie wieder los würde. Was mich als pubertierende Jugendliche zu großer Sympathie für die Pflanze veranlasste, die es fertig brachte, der elterlichen Autorität und Ordnungsliebe mit solchem Erfolg zu trotzen. Jahrzehnte später, als ich den Garten übernommen hatte, säte ich selber Duftsteinrich in der Hoffnung, dass die frechen, kleinen Dinger bald wieder in allen Ritzen und Fugen auftauchen würden. Doch den Gefallen taten sie mir nicht. Sie blühten üppig und hübsch an Ort und Stelle und verschwanden mit dem Winter. Einige Samenkörnchen waren in den Topf mit dem Olivenbäumchen gefallen, den ich im Herbst immer hinein hole, damit er frostfrei überwintert. Und in diesem Topf überdauert eine der  Pflanzen nun seit ein paar Jahren.  

 

Lobularia maritima, der Duftsteinrich, ist also gar keine einjährige Sommerblume, wie ich immer dachte, sondern eine Staude. Das freute mich, denn in meinem Garten gibt es außer einigen Küchenkräutern und Sonnenblumen keine einjährigen Pflanzen. Die Blumen nur für einen Sommer aus den Samenkörnchen groß zu ziehen, finde ich, macht unverhältnismäßig viel Arbeit. Und einjährige Blumen fertig zu kaufen ist, meiner Meinung nach, pure Verschwendung in mehr als einer Hinsicht. 

Dafür schätze ich die mehrjährigen Pflanzen. In meinem Garten blühen Stauden von Ende Januar bis Mitte November. Jedes Jahr versuche ich es mit Neuen, wie auch mit Altbewährten. Es macht mir Freude zuzusehen, wie aus den Samen neue Pflanzen wachsen, auszuprobieren, ob sie mit dem Wetter oder den Standorten zurechtkommen und anzuschauen,  welches Bild  sich mit ihnen im Garten ergibt. Diese Freude teile ich gerne. 

Vor ein paar Jahren habe ich angefangen meine Stauden auch zu verkaufen. Dadurch habe ich viele Gartenfreunde kennengelernt: junge Paare ohne jede Gartenerfahrung, die für sich und ihre Kinder einen neuen Schrebergarten anlegen, langjährige Gartenbesitzer, die ihr Grundstück bienenfreundlicher gestalten, Sammler auf der Suche nach selteneren Sorten  und viele andere. Ich betreibe keine Gärtnerei oder einen Gartenbaubetrieb. Ich vertreibe lediglich die Stauden, die ich in meinem eigenen Garten ohne Einsatz von chemischer Keule oder Treibhaustechnik aufziehe. Gelegentlich biete ich meine Stauden auf Gartenmärkten oder Pflanzenbörsen an. Eine besonders schöne Veranstaltung dieser Art ist die Pflanzenbörse des NABU auf dem Naturschutzhof in Lobberich Sassenfeld.

Ich würde mich freuen, Sie bei einer dieser Veranstaltungen, bei uns im Staudenbeet oder hier per mail begrüßen zu dürfen.